Piment – Geschmack, Verwendung & Unterschied zu Pfeffer

10. September 2026Andre Ntallaris
Piment – Geschmack, Verwendung & Unterschied zu Pfeffer

Piment ist eines dieser Gewürze, dessen Geschmack viele kennen, ohne ihn sofort benennen zu können. Die kleinen dunklen Körner erinnern gleichzeitig an Nelken, Zimt, Muskat und Pfeffer – daher stammt auch der englische Name Allspice. Doch Piment ist weder eine Gewürzmischung noch eine Pfeffersorte. In diesem Artikel erfährst du, was Piment eigentlich ist, wie es schmeckt, wofür du es verwenden kannst und warum es auch Jamaikapfeffer oder Nelkenpfeffer genannt wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

✅ Piment stammt vom Pimentbaum (Pimenta dioica) und gehört botanisch nicht zum echten Pfeffer.

✅ Piment wird auch Jamaikapfeffer, Nelkenpfeffer oder Allspice genannt.

✅ Das Aroma erinnert gleichzeitig an Nelke, Zimt, Muskat und eine leicht pfeffrige Würze.

✅ Piment passt sowohl zu herzhaften Gerichten wie Sauerbraten, Rotkohl und Schmorgerichten als auch zu Gebäck und winterlichen Gewürzmischungen.

✅ Ganze Pimentkörner können mitgekocht oder erst kurz vor der Verwendung zerdrückt beziehungsweise gemahlen werden.

Was ist Piment?

Piment ist das Gewürz aus den getrockneten Früchten des Pimentbaums (Pimenta dioica).

Der immergrüne Baum gehört zur Familie der Myrtengewächse und stammt aus dem tropischen Mittelamerika und der Karibik. Besonders eng ist Piment kulinarisch mit Jamaika verbunden.

Die getrockneten Früchte sehen auf den ersten Blick etwas wie große Pfefferkörner aus. Genau diese Ähnlichkeit trägt dazu bei, dass Piment bis heute unter verschiedenen Namen mit „Pfeffer“ bezeichnet wird.

Botanisch ist Piment jedoch kein echter Pfeffer.

Warum heißt Piment auch Jamaikapfeffer?

Der Name Jamaikapfeffer verweist auf die besonders starke Verbindung des Gewürzes mit Jamaika.

Piment spielt dort traditionell eine wichtige Rolle und wird unter anderem für kräftige Fleischmarinaden und die typische Jerk-Küche verwendet.

Der Begriff „Pfeffer“ im Namen beschreibt dabei keine botanische Verwandtschaft mit schwarzem Pfeffer.

Warum heißt Piment Nelkenpfeffer?

Der deutsche Name Nelkenpfeffer erklärt sich vor allem durch das Aroma.

Piment besitzt eine deutliche würzige Note, die an Gewürznelken erinnert. Gleichzeitig kommen weitere warme Aromen hinzu, weshalb der Geschmack deutlich komplexer als reine Nelke ist. Das BZfE beschreibt Piment als Verbindung von Nelken-, Muskat-, Ingwer- und Zimtnoten.

Piment und Gewürznelken sind trotzdem zwei völlig unterschiedliche Gewürze.

Was bedeutet Allspice?

Im Englischen wird Piment meist Allspice genannt.

Der Name lässt sich sinngemäß als „Allgewürz“ verstehen und bezieht sich darauf, dass das Aroma an mehrere bekannte Gewürze gleichzeitig erinnert.

Wichtig:

Allspice ist keine Gewürzmischung.

Es handelt sich um ein einzelnes Gewürz – Piment.

Ist Piment echter Pfeffer?

Nein.

Echter schwarzer, weißer oder grüner Pfeffer stammt von der Pflanze Piper nigrum aus der Familie der Pfeffergewächse.

Piment stammt dagegen von Pimenta dioica aus der Familie der Myrtengewächse.

Merkmal Piment Echter Pfeffer
Botanische Pflanze Pimenta dioica Piper nigrum
Pflanzenfamilie Myrtengewächse Pfeffergewächse
Typischer Geschmack warm, nelkenartig, zimtig, muskatartig pfeffrig, scharf
Typische Verwendung Schmorgerichte, Kohl, Jerk, Gebäck universelles Würzen
Weitere Namen Jamaikapfeffer, Nelkenpfeffer, Allspice schwarzer, weißer oder grüner Pfeffer

Der Namensbestandteil „Pfeffer“ darf also nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich botanisch um unterschiedliche Gewürze handelt.

Wie schmeckt Piment?

Piment besitzt ein komplexes, kräftiges Aroma.

Typisch sind Anklänge an:

  • Gewürznelken
  • Zimt
  • Muskat
  • eine leichte Pfefferschärfe
  • warme, süßlich-herbe Gewürznoten

Genau diese Kombination macht Piment sowohl für herzhafte als auch für süße Gerichte interessant.

Da das Gewürz intensiv ist, sollte es eher vorsichtig dosiert werden.

Wofür verwendet man Piment?

Piment ist erstaunlich vielseitig.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Sauerbraten
  • Wildgerichte
  • Schmorgerichte
  • Rotkohl
  • Sauerkraut
  • Suppen
  • Eintöpfe
  • Marinaden
  • Jerk-Gewürzmischungen
  • eingelegtes Gemüse
  • Lebkuchen
  • Weihnachtsgebäck
  • Glühwein
  • Fruchtkompott

Damit gehört Piment zu den Gewürzen, die sowohl in der herzhaften als auch in der süßen Küche funktionieren.

Piment in der jamaikanischen und karibischen Küche

In Jamaika ist Piment ein besonders wichtiges Gewürz.

Es wird dort traditionell mit weiteren kräftigen Zutaten wie Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen kombiniert und spielt insbesondere bei Jerk-Gerichten eine zentrale Rolle.

Das warme Aroma von Piment passt dabei besonders gut zu gegrilltem oder kräftig gewürztem Fleisch.

Piment für Sauerbraten und Schmorgerichte

Piment eignet sich hervorragend für lange geschmorte Gerichte.

Ganze Körner können beispielsweise gemeinsam mit:

  • Lorbeer
  • Wacholderbeeren
  • Pfeffer
  • Gewürznelken

in einen Sud oder eine Marinade gegeben werden.

Während der langen Garzeit geben sie ihr Aroma langsam an die Flüssigkeit ab.

Vor dem Servieren können ganze Pimentkörner wieder entfernt werden.

Piment für Rotkohl und Sauerkraut

Auch Kohlgerichte gehören zu den klassischen Anwendungen.

Besonders zu:

Rotkohl
Sauerkraut

kann Piment eine warme, würzige Tiefe beitragen. Das BZfE nennt beide ausdrücklich als typische Einsatzmöglichkeiten.

Hier funktioniert Piment sehr gut zusammen mit Gewürzen wie Nelken, Lorbeer oder Wacholder.

Piment für Wild

Wildgerichte vertragen kräftige Gewürze besonders gut.

Piment kann dabei gemeinsam mit Wacholder, Pfeffer, Lorbeer, Nelken oder Kräutern verwendet werden.

Besonders bei Schmorgerichten kann man ganze Pimentkörner mitgaren und anschließend wieder entfernen.

Piment in Weihnachtsgebäck

Piment ist auch ein klassisches Winter- und Backgewürz.

Es findet sich beispielsweise in:

  • Lebkuchen
  • Gewürzkuchen
  • winterlichen Keksen
  • Glühwein
  • Punsch
  • Bratapfel
  • Fruchtkompott

REWE nennt Piment ebenfalls als klassischen Bestandteil von Lebkuchengewürz; auch Glühweingewürze können Piment enthalten.

Durch seine Mischung aus warmen Gewürznoten harmoniert Piment besonders gut mit Zimt, Nelken, Sternanis, Ingwer und Kardamom.

Piment ganz oder gemahlen – was ist besser?

Beide Formen haben unterschiedliche Vorteile.

Form Besonders geeignet für
Ganze Pimentkörner Schmorgerichte, Sauerbraten, Rotkohl, Sauerkraut, Marinaden
Zerdrückter Piment Marinaden, Fleisch, kräftige Saucen
Gemahlener Piment Gebäck, Gewürzmischungen, feine Saucen

Ganze Körner geben ihr Aroma langsamer ab und lassen sich nach dem Garen leichter entfernen.

Gemahlener Piment verteilt sich dagegen unmittelbar im Gericht und bleibt darin.

Sollte man Pimentkörner zerdrücken?

Das kann sinnvoll sein.

Durch leichtes Zerdrücken wird die Oberfläche vergrößert. Dadurch gelangt das Aroma schneller und intensiver in das Gericht.

Für Schmorgerichte können die Körner aber genauso gut ganz verwendet werden.

Wer etwas mehr Aroma möchte, kann sie mit:

  • einem Mörser
  • dem flachen Messerrücken
  • oder einer geeigneten Gewürzmühle

leicht aufbrechen.

Kann man Piment mahlen?

Ja.

Ganze Pimentkörner lassen sich in einer geeigneten Gewürzmühle oder im Mörser zerkleinern.

Gerade wenn Piment als Pulver für Gebäck oder Gewürzmischungen benötigt wird, kann es sinnvoll sein, ganze Körner erst kurz vor der Verwendung zu mahlen.

Das BZfE empfiehlt ebenfalls ganze Früchte, die erst kurz vor der Verwendung zerstoßen werden, wenn ein möglichst ausgeprägtes Aroma gewünscht ist.

Wie dosiert man Piment?

Piment ist intensiv.

Eine starre Dosierungsregel ist deshalb wenig sinnvoll, da es darauf ankommt:

  • ob Piment ganz oder gemahlen verwendet wird,
  • wie groß das Gericht ist,
  • wie lange das Gewürz mitgart,
  • welche anderen Gewürze verwendet werden.

Für einen ersten Versuch gilt deshalb:

lieber zurückhaltend beginnen und bei Bedarf nachwürzen.

Gemahlener Piment sollte besonders vorsichtig dosiert werden, weil er vollständig im Gericht verbleibt.

Welche Gewürze passen zu Piment?

Piment lässt sich mit erstaunlich vielen Gewürzen kombinieren.

Besonders gut passen:

Das BZfE nennt unter anderem Lorbeer, Wacholder, Nelken, Sternanis, Zimt und Koriander als passende Partner.

Wodurch kann man Piment ersetzen?

Piment besitzt ein ungewöhnlich komplexes Aroma. Deshalb gibt es keinen perfekten 1:1-Ersatz.

Wenn kein Piment vorhanden ist, lässt sich die Geschmacksrichtung aber annähern.

Eine Kombination aus:

Gewürznelke + Zimt + Muskatnuss

kommt dem warmen Aromaprofil relativ nahe.

Je nach Gericht kann zusätzlich etwas Pfeffer sinnvoll sein.

Wichtig ist, insbesondere Gewürznelken vorsichtig zu dosieren, weil sie ein Gericht schnell dominieren können.

Für Sauerbraten oder Schmorgerichte können außerdem Wacholder, Lorbeer und Pfeffer einen Teil der würzigen Tiefe übernehmen – das Ergebnis schmeckt dann allerdings nicht wie Piment.

Ist Piment dasselbe wie Gewürznelke?

Nein.

Der Name Nelkenpfeffer führt leicht zu diesem Missverständnis.

Gewürznelken sind getrocknete Blütenknospen des Gewürznelkenbaums.

Piment besteht dagegen aus getrockneten Früchten des Pimentbaums.

Geschmacklich gibt es eine deutliche Überschneidung, weil Piment eine nelkenartige Note besitzt. Es handelt sich aber um zwei verschiedene Gewürze.

Sind Pimentkörner Beeren?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Früchte häufig als Pimentbeeren bezeichnet.

Botanisch stammen sie vom Pimentbaum und werden unreif geerntet und anschließend getrocknet. Während der Trocknung erhalten sie ihre typische braune Farbe und das runzelige Aussehen.

Ihre Größe und Form erinnern anschließend ein wenig an grobe Pfefferkörner.

Wie lagert man Piment?

Piment sollte:

  • trocken
  • lichtgeschützt
  • gut verschlossen
  • fern von Wärme und Feuchtigkeit

gelagert werden.

Ganze Pimentkörner behalten ihr Aroma länger als bereits gemahlene Ware, da beim Mahlen die Oberfläche stark vergrößert wird. Das BZfE empfiehlt ebenfalls eine dunkle, trockene und luftdichte Lagerung.

Piment bei Vyrtse

Bei Vyrtse findest du ganzen Piment, der sich je nach Gericht ganz mitgaren oder frisch zerdrücken beziehungsweise mahlen lässt.

Die ganzen Körner eignen sich besonders für Schmorgerichte, Rotkohl, Sauerbraten, Marinaden und viele weitere herzhafte oder süße Anwendungen.

Häufige Fragen zu Piment

Was ist Piment?

Piment ist das Gewürz aus den getrockneten Früchten des Pimentbaums (Pimenta dioica). Es wird auch Jamaikapfeffer, Nelkenpfeffer oder Allspice genannt.

Wie schmeckt Piment?

Piment schmeckt warm, würzig und leicht scharf. Das Aroma erinnert gleichzeitig an Nelken, Zimt, Muskat und Pfeffer.

Ist Piment dasselbe wie Pfeffer?

Nein. Piment gehört zu den Myrtengewächsen, echter Pfeffer dagegen zu den Pfeffergewächsen. Die Bezeichnung Jamaikapfeffer bedeutet nicht, dass Piment botanisch Pfeffer ist.

Was ist der Unterschied zwischen Piment und Nelkenpfeffer?

Es gibt keinen: Nelkenpfeffer ist ein anderer Name für Piment.

Wodurch kann man Piment ersetzen?

Ein exakter Ersatz ist schwierig. Eine kleine Kombination aus Nelke, Zimt und Muskat kann sich dem typischen Aromaprofil annähern.

Fazit

Piment ist ein eigenständiges Gewürz mit einem außergewöhnlich komplexen Geschmack. Obwohl es auch Jamaikapfeffer und Nelkenpfeffer genannt wird, handelt es sich weder um echten Pfeffer noch um eine Mischung verschiedener Gewürze.

Sein warmes Aroma funktioniert in Sauerbraten, Wild, Rotkohl und Schmorgerichten ebenso gut wie in Lebkuchen, Glühwein oder Fruchtkompott.

Besonders praktisch sind ganze Pimentkörner: Sie lassen sich mitgaren, zerdrücken oder erst kurz vor der Verwendung frisch mahlen.

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